10.08.2019

Der Aufbau eines Türschlosses

Obwohl in den meisten Fällen immer vom Schließzylinder gesprochen wird, wenn man im Allgemeinen über ein Türschloss spricht, ist das Schloss ein anderes Element der Türmechanik. In diesem kurzen Artikel wird der Aufbau eines konventionellen Türschlosses erklärt.

Die Türmechanik im Überblick

Ein Türschloss ist mehr als der kleine Schlitz in der Tür, in den man den Schlüssel schiebt. Erst die Summe aus Schloss, Zylinder, Schutzbeschlag und Schließblech bietet ausreichend Sicherheit. Die gesamte Türmechanik besteht im Grunde genommen aus mehreren Einzelteilen. Die wichtigsten Elemente der Türmechanik sind:

  • Einsteckschloss
  • Schließzylinder
  • Riegel
  • Falle
  • Türgriff
Im Grunde genommen ist jede Türmechanik gleich aufgebaut. Sobald man die Türklinge nach unten drückt, wird der Riegel zurück geschoben und die Tür öffnet sich. Sowohl der Riegel als auch die Falle halten die Tür im Rahmen, solange sie geschlossen ist. In der Regel ist die Falle abgeschrägt, sodass man die Tür einfach zudrücken kann, ohne die Klinge zu benutzen.

Für das Abschließen der Türe braucht man nicht nur den Schlüssel, sondern darüber hinaus auch noch einen Schließzylinder. In diesem dreht sich der Schlüssel und schiebt somit den Riegel in die Öffnung des Rahmens. Bei Profizylinder befinden sich federgelagerte Stifte im Kern des Zylinders.

Sobald man den Schlüssel in den Zylinder steckt, schiebt dieser die einzelnen Stifte nach unten sodass sich das Schloss drehen lässt. Im gleichen Moment dreht sich auch die Schließnase und drückt den Hebel nach oben, welcher in die Mechanik des Schlosses greift. Die Falle und der Riegel werden dabei zurückgezogen.

Die Art des Schlosses bestimmt den Aufbau des Schlosses

Das simpelste Schloss ist das Buntbartschloss. Dieses Schloss kennt man aus Innentüren. Für dieses Schloss gibt es nicht mehr als 100 unterschiedliche Schlüsselprofile. Da man diese Schlösser mit einem Draht öffnen kann, werden sie nicht bei Außentüren verwendet.

Das Profilzylinderschloss dagegen wird hauptsächlich bei Außen- oder Bürotüren verwendet. Hierbei handelt es sich um ein Sicherheitstürschloss, dementsprechend besitzt es unzählige Schlüsselprofile. Darüber hinaus ist bei dem Profilzylinderschloss eine Not- bzw. Gefahrenfunktion verbaut.

Diese Funktion ist dann sehr hilfreich, wenn man den Schlüssel stecken gelassen hat, da man nun von der anderen Seite die Türe trotzdem aufschließen kann. Diese Art von Zylindern wird auch als Doppelprofilzylinder bezeichnet.

Das WC-Schloss ist, wie die Namensbezeichnung es vermuten lässt, an Bädern bzw. WC-Türen zu finden. Durch Drehen an einem Drehknopf verschließt man die Tür. Auf der anderen Seite der Türe erscheint dann eine rote Markierung, die anzeigt, dass das Bad oder WC besetzt ist. In Notfällen kann man die Tür auch von außen mit einer Münze öffnen.

Wie wichtig ist die Sicherungskarte?

Die Sicherungskarte ist ein wichtiger Schutz gegen unerlaubte Kopie der Schlüssel. Wenn der Schlüssel und der Zylinder mit einer Sicherungskarte geschützt sind, kann der Schlüssel nur nachgemacht werden, wenn man die Sicherungskarte vorlegt. Sollte der Schlüssel verloren gehen und ein Passant finden diesen, kann man mit der Sicherungskarte ausschließen, dass der Schlüssel nachgemacht wird. Daher bietet ein Sicherheitsschloss mit Karte einen enormen Vorteil für Vermieter. Nach dem Mieterwechsel muss nicht sofort das gesamte Schloss getauscht werden. Durch diesen Schutz hat man als Vermieter stets die Gewissheit, dass der Schlüssel nicht nachgemacht wurde.

Wie wichtig ist der Einbruchschutz?

Der Bohrschutz ist eine wichtige Vorkehrung, damit das Aufbohren des Kerns unterbunden wird. Die Tricks und Kniffe der Einbrecher sind sehr vielfältig. Im Normalfall werden die Stifte des Zylinders aus Messing fabriziert. Diese können meist ohne Probleme durchbohrt werden. Bei einem Türschloss mit Bohrschutz sind die Stifte aus gehärtetem Stahl produziert und erschweren somit das Aufbohren. Es ist daher sehr schwer das Sicherheitsschloss aufzubohren. Dadurch gelingt es einen Einbrecher nicht den Zylinder aufzubrechen.

Heute sind genormte Einsteckschlösser gebräuchlich

Vor wenigen Jahren wurden Kastenschlösser verwendet, doch mittlerweile hat das beliebte Einsteckschloss diese Bauart weitestgehend verdrängt. Das Einsteckschloss erweist darüber hinaus den Vorteil, dass es genormt ist. Das Einsteckschloss ist im Grunde genommen eine Kassette, in welcher die Mechanik zum Entriegeln bzw. Schließen des Schlosses befindet. Sollte hier einzelne Teile kaputt gehen, ist der Wechsel der einzelnen Teilen nicht lohnend, weil das gesamte Einsteckschloss in der Regel kostengünstiger ist.

Im oberen Bereich des Einsteckschlosses befindet sich eine Innenvierkantöffnung, die auch als Nuss bezeichnet wird. In diesem wird der Türgriff eingeschoben. Dabei kann es sich sowohl bei beiden Seiten um eine Klinke handeln, oder auf einer Seite ist ein Türknauf montiert. Über die Nuss wird ebenfalls die Falle bei einer verschlossenen Türe betätigt, sodass es möglich wird, die Türe zu öffnen.

Der Schließzylinder

Unterhalb dieser Nuss befindet sich in der Kassette die PZ-Lochung. Dabei steht die Abkürzung PZ für Profilzylinderlochung. In der Form entspricht sie somit exakt dem Aussehen des Zylinders. Der Zylinder betätigt den Riegel am Einsteckschloss. Des Weiteren gibt es auch noch das sogenannte Komfort-Einsteckschloss. Wenn man den Schlüssel nach rechts dreht wird die Falle geöffnet.



Autor: Jürgen Frenzel

Autor: Jürgen Frenzel

ist Schlüsseldienstler aus Leidenschaft und auch im Web ist er zuhause und publiziert
gerne Artikel über die Themen Sicherheitstechnik, Einbruchschutz und Schlüsseldienste.