06.06.2021

Lockpicking Anleitung für Anfänger: So einfach ist es!

Was lehrt das Lockpicking, also das Öffnen eines Schlosses ohne Schlüssel?

Sicherheitsschloss
Zunächst wird erfahren, dass völlige Sicherheit nur eine Illusion ist. Wer einmal innerhalb weniger Minuten ein Schloss geöffnet hat, weiß, dass er sich nicht bloß auf die Schlösser verlassen sollte, wenn er sein Haus sicher machen möchte.

Wie einfach es eigentlich ist, in ein Haus einzubrechen, ohne dafür ein Fenster einschlagen zu müssen, zeigt aber auch, wie viele gute Menschen es gibt, die eben das nicht tun!

Wer sich mit Lockpicking beschäftigt, fördert darüber hinaus die Geschicklichkeit seiner Hände, stärkt seine Konzentrationsfähigkeit und findet dies wahrscheinlich sogar stressabbauend und entspannend. Auch das Wissen, nicht unbedingt einen Schlüsseldienst z.B. in Tübingen zu brauchen, wenn man den Haustürschlüssel verlegt hat, kann beruhigend sein. Vom Stolz auf die eigene Fertigkeit ein für viele Menschen kaum lösbares Problem selbstständig bewältigen zu können ganz abgesehen.

Ist Lockpicking legal?

Der Besitz von Spannern und Haken für das Lockpicking ist in Deutschland nicht verboten. Natürlich befreit dies nicht von Verantwortung; es hängt immer davon ab, was der Besitzer mit diesen Werkzeugen macht. Wer sich an falscher Stelle mit seinen Fähigkeiten rühmt mag sich Verdächtigungen aussetzen und sollte deshalb um so mehr darauf achten sich tadellos zu verhalten. Denn rein theoretisch kann er sich durch den Besitz der Werkzeuge und vor allem durch seine Fertigkeiten Zutritt zu verschlossenen Wohnungen und Geschäften verschaffen. Dass zum Hobby Lockpicking eine verantwortungsvolle Einstellung gehört, ist somit Grundvoraussetzung, um nicht in Konflikt mit dem Gesetz zu geraten.

Was braucht man, um ein Haustürschloss mit Lockpicking zu öffnen?

Die meisten einfacheren Haustürschlösser bestehen aus einem Stahlzylinder mit einem Schlitz in dem sich unten hintereinander gereihte Stifte befinden, die auf Federn gelagert sind. Wird der Schüssel in den Schlitz eingeführt, werden diese Stifte durch die Zacken und Kerben des Schlüssels in einer bestimmten Höhe bzw. Tiefe und Reihenfolge heruntergedrückt. Nur wenn die Stifte in der stimmigen Weise heruntergedrückt werden rasten sie ein, der Zylinder kann mit dem Schlüssel gedreht und das Schloss geöffnet werden.



Das klingt prinzipiell einfach, aber da man beim Lockpicking nicht den eigentlichen Schlüssel benutzt, benötigt man spezielles Schlüsseldienst-Werkzeug.

Profis vom Schlüsseldienst oder auch Einbrecher verwenden eine sogenannte "Sperrpistole", eine Art batteriebetriebene Rüttelmaschine mit verschiedenen Aufsätzen, doch für den Hobby-Gebrauch eignen sich diese nicht, da es ja um die technische Herausforderung geht.

Die üblichen Werkzeuge für ein Haustürschloss sind ein Spannhaken und verschiedene "Dietriche", die auch "Picks" genannt werden. Die Picks verfügen über einzelne verschiedenartige Zacken bzw. Wellen oder Zackenkombinationen und imitieren so den Schlüssel, während der Spanner den nötigen Widerstand bietet, um bei Gelingen das Schloss öffnen zu können.

Picks bestehen aus elastischem Stahl oder Titan und können einzeln oder auch im Set (oft zusammen mit einem Spannhaken) erworben werden. Handwerklich Begabte können benötigte Spezialformen auch aus Scheibenwischerblättern oder den verlorenen Borsten von Straßenkehrmaschinen anfertigen. Mit entsprechender Übung kann es aber auch gelingen, ein Schloss nur mit Hilfe einer zurecht gebogenen Büroklammer zu öffnen.

Die Lockpicking-Technik

Zuallererst kommt es auf das Gefühl an. Dieses muss man geduldig entwickeln und es stellt sich nur durch Übung ein Schloss selber zu knacken - also nicht verzweifeln, wenn es gerade am Anfang länger dauert oder auch mal nicht funktioniert!

Die einfachste Methode ist das Harken. Dabei führt man den Spannhaken oben in das Schlüsselloch ein und übt seitlich darauf leichten Druck aus, der während des ganzen Versuchs gehalten werden muss. Als Rechtshänder wählt man dafür am besten die linke Hand und schiebt mit der rechten Hand einen geeignet erscheinenden Pick ganz in das Schloss. Während erfahrene Lockpicker die einzelnen Stifte durch einen einzackigen Pick drücken und mit dem Spanner halten können ("Setzen"), beginnen Anfänger am besten mit einem Pick, der mehrere Zacken besitzt, weil dies die Erfolgschancen steigert.

In einer sanft ziehenden Bewegung versucht man nun zu erspüren, was im Schloss geschieht, während der Pick aus der Öffnung gleitet. Reagieren die Stifte im Inneren? Klickt etwas oder bewegt sich sogar der Zylinder? Erspürt man die Bewegung eines Stiftes, so kann man versuchen, durch nachsetzen mit dem Zacken des Picks diesen Stift gezielt zu treffen. Auch im Vorwärtsschieben ("Raken") kann man die Reaktionen der Stifte erspüren.

Reagieren die Stifte, wie sie das auch bei dem Schlüssel tun würden, so rasten sie durch die Spannung des Spannhakens ein. Hat man alle Stifte richtig getroffen, so wird der Druck auf den Spanner dafür sorgen, dass der Zylinder sich dreht und das Schloss sich öffnet.

Gelingt das nicht, so sollte mit Druckwechseln und verschiedenen Picks variiert werden.

Der eigentliche Schlüssel ist Übung

Da fast die ganze Technik auf dem richtigen Gespür basiert, ist neben dem richtigen Werkzeug und einer ruhigen Hand vor allem Übung entscheidend. Hilfreich sind am Anfang spezielle durchsichtige Übungsschlösser, die genau zeigen, welche Folgen das Handeln hat, bis es genügt sich auf das Gefühl zu verlassen. Dann eignen sich auch Vorhängeschlösser aus dem Baumarkt oder richtige Sicherheitsschlösser zum üben.



Autor: Jürgen Frenzel

Autor: Jürgen Frenzel

ist Schlüsseldienstler aus Leidenschaft und auch im Web ist er zuhause und publiziert
gerne Artikel über die Themen Sicherheitstechnik, Einbruchschutz und Schlüsseldienste.